Blog

Was wir vom Kaffee trinken über Achtsamkeit und Glück lernen können

 

Ich gönne mir einen Kurzurlaub für Glück und Achtsamkeit. Meer, Sonne, langsam sein. Zeit haben. Zeit sogar einmal scheinbar verschwenden: Z.B. mit der Beobachtung eines Latte Macchiatos. Genauer gesagt, des Zuckers im Latte Macchiato. Die Tüte aufreißen, den Zucker ins Glas schütten und nun: warten und schauen. Ein Augenblick der Achtsamkeit. Wie er sich ganz langsam den Weg durch den festen Schaum bis zum Bestimmungsort darunter bahnt. Um später mit einem Schneekugel gleichen Schauspiel auf dem Boden des Glases anzukommen. Das dauert. Ich bin geneigt, den Löffel zu nehmen und umzurühren. Um wie sonst auch schnell trinken zu können. Um danach schnell etwas anderes tun zu können. Doch dieses Mal nicht. Ich entspanne mich und genieße das Schauspiel. Warum tue ich das nicht öfter?

Alles was wir tun, tun wir schlussendlich, um glücklich zu sein. Ein bestimmter Karriereschritt, Partner, Körper, Verdienst oder Auftrag: am Ende steht immer die Annahme, dass wir danach glücklicher sind als jetzt. Hinter diesem Lebenskonzept steht die Annahme, dass wir uns Glück und Freiraum für Achtsamkeit erarbeiten müssen. Dabei zeigt die Wissenschaft, dass es um-gekehrt viel besser funktioniert. Sind wir glücklich, kommt es zu so genannten „happy circles“: Glückliche Menschen sind aktiv, produktiv, kreativ und deshalb erfolgreich. Die Weisheiten für selbst bestimmten Glückserfolg sind zeitlos:

Seien Sie achtsam mit Ihren Bedürfnissen

Wenn Sie Lust auf Zucker im Kaffee haben, dann nehmen Sie ihn. Egal was Berater, Chefs oder Kollegen sagen. Niemand kennt Sie so gut wie Sie sich selbst.

Achten Sie Ihre Erfahrungen

Die Welt verändert sich und wird immer weniger kalkulierbar. Das macht unsicher. Dabei ha-ben wir alles, was wir brauchen: Uns. Wir haben ein Leben lang so vieles gelernt und geleistet. Auch Dinge, die wir nicht wollten, nicht konnten oder die uns nicht interessiert haben. Das menschliche Gehirn ist eine unbegrenzte Problemlösemaschine. Egal, wie sich Ihr Team, Ihr Arbeitsplatz oder die Spielregeln am Markt verändern. Auf sich können Sie zählen. So wie Sie auch wissen, warum Sie einen Latte Macchiato und keinen Tee oder Tomatensaft bestellen.

Setzen Sie auf bewusstes Tun

Tun Sie das, was Sie tun, weil Sie es gern tun. Es lässt sich an allem etwas finden, was wir mögen. Dann sind Sie unabhängig von schnellen Erfolgskriterien. Ihr Lohn ist schon das Tun selbst. Beobachten Sie einmal, wie oft wir etwas tun, um damit etwas anderes zu erreichen. Das Mailing, um ein Produkt zu verkaufen. Sport treiben, um abzunehmen. Kaffee trinken, um munter zu werden. Bestenfalls klappt das. Oft aber nicht und dann haben wir weder Erfolg noch Glück.

Schätzen Sie Menschliches

Die reale Gemeinschaft mit anderen Menschen, Augen- und Körperkontakt oder sich anzulä-cheln sorgen für den Entspannungsbotenstoff Oxytozin. Fördern Sie die Harmonie im Umgang miteinander durch gemeinsames Lachen, einen gemeinsamen Spruch der Woche oder die gemeinsame Kaffeepause.

Trainieren Sie gedankliche Anwesenheit

Die Forschung sagt, dass wir etwa die Hälfte der wachen Zeit in Gedanken nicht bei dem sind, was wir tun. Dies unabhängig davon, ob es angenehm oder unangenehm ist. Das macht un-glücklich. Und weniger erfolgreich – wir finden nämlich nicht die besten Lösungen. Statt beim Kaffee trinken schon darüber nachzudenken, was es heute zum Mittagessen geben soll, wäre die Beobachtung des Zuckers eine gute Konzentrationsübung.

Fordern Sie Machbares von sich

Konzentrieren Sie sich auf Erfolgskriterien, die Sie beeinflussen können. Das heißt für mich z.B. erfolgreich bin ich, wenn das nächste Buch fertig geschrieben ist. Das kann ich beeinflussen. Einen großen Verlag dafür zu finden oder 3000 Stück zu verkaufen kann ich nicht voll-ständig beeinflussen. Das heißt nicht, dass ich keinen Verlag mehr suche oder kein Marketing mehr mache. Sondern dass ich mein Glück nicht mehr vom Gelingen abhängig mache.

Zählen Sie auf die Ordnung des Lebens

Ungeduld ist der Feind jedes Glücks und vieler Erfolge. Ziele sind gut, Tempo ist gut, Anstren-gung ist gut. Alles zu seiner Zeit. Doch so, wie es keinen Tag ohne Nacht und umgekehrt gibt, brauchen wir ein Gleichgewicht. Es gehört zur Ungeduld die Geduld, zu Tempo Langsamkeit und zu Anstrengung Erholung. Der Zucker rutscht voller Schönheit und Gewissheit durch den Milchschaum. Wir würden den Tanz der Zuckerkristalle am Boden des Glases nie erleben, wenn wir umgerührt hätten.

Oft wundern wir uns, warum wir wiederholt die gleichen Erfahrungen machen. Weil wir mit dem Löffel rühren. Statt abzuwarten, zu lächeln und uns des Lebens zu freuen.

Sie wollen genau so leben? Dann sollten Sie besser mit Stress umgehen. Mein Buch zeigt mit nur10 Minuten Aufwand am Tag, wie das ganz leicht immer und überall funktioniert:

Buchempfehlung mit Stress besser umgehen/