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Geht’s auch ohne Glück?

Glück ist ein sehr großes Wort. Die Erwartungshaltung, die wir an dieses Wort stellen, ist schier unglaublich. Wir sind ständig auf der Suche danach, möchten es immer erleben. Und es ist auch kein Wunder, suggeriert uns doch die Werbung täglich, Glück ist ganz einfach zu haben. Deshalb sind sehr viele Menschen immer versucht, den entscheidenden Glücksmoment zu erhaschen. Im Großen und Ganzen, könnte man schon fast von Glückshysterie sprechen. Es soll sogar Menschen geben, die unglücklich werden, weil sie das Glück nicht erreichen können. Und das nur für ein Wort. Obwohl es eigentlich Millionen andere gibt auf der Welt.

Karl Allmer

Meine Erkenntnis des Jahres

Gerade in den letzten Tagen des Jahres ist wieder etwas Zeit zum Nachdenken. Auch ich nutze die Zeit und lasse mein Jahr Revue passieren. Hatte ich dieses Jahr Glück? Diese Frage geht wahrscheinlich vielen durch den Kopf. Aber mir ist dieses Wort einfach zu groß. Deshalb möchte ich im letzten Jahr auch nicht alles auf ein Wort setzen.

Denn im Leben, sowie auch in meinem vergangenen Jahr, geht es nicht immer nur um Glück. Denn Glück erfahren wir in Momentaufnahmen. Es sind einzelne Momente, die uns erheitern, die uns in Wallung versetzen und an die wir uns erinnern. Diese zu erleben ist wunderbar, sie bringen uns schöne Erinnerungen und versetzen uns in einen guten Zustand. Doch ein Zustand der noch wichtiger ist als Glück, ist vor allem die beständige Zufriedenheit. 

Dies ist der Grundzustand, in dem wir uns wohlfühlen. Wo wir sagen, es geht uns gut und es war ein gutes Jahr. Wo wir zurückblicken und sagen, die Familie ist gesund, den Freunden geht es gut und wir haben nicht viel, worüber wir uns beklagen können. Ich blicke auf ein zufriedenes Jahr zurück, die Rückschläge oder meine verfehlten Ziele nehme ich gelassen hin.

Denn es kann im ganzen Jahr nicht immer nur Zufriedenheit geben. Wie alles Dasein in der Natur, so besteht auch das menschliche Leben aus Polarität. Auch negative Erlebnisse bereichern das Leben. Sie lassen uns dann auch die guten Momente wieder besser spüren.

Weder die ständige Jagd nach Glück noch der Wunsch nach immerwährender Zufriedenheit helfen uns weiter. Wesentlich entscheidender ist unsere Einstellung dazu.

Wenn es auch dir einmal schlecht geht oder du einfach einen bescheidenen Tag hattest, so kannst Du ihn ruhig gelassen hinnehmen.

Du musst auch nicht immer gegen alles ankämpfen. Denn Druck erzeugt immer Gegendruck und hin und wieder eine gesunde Portion Melancholie darf sein. Kurz gesagt: weder das Glück noch die Zufriedenheit lässt sich erzwingen.

Beziehe deshalb die Gegensätze des Lebens mit ein in dein Leben – schließe Freundschaft mit Ihnen. Denn ohne Schmerz ist Glück nicht möglich. Entscheidend im Leben ist die Haltung, die wir einnehmen – egal ob dem Glück oder Unglück gegenüber.

Nimm es hin, wie es ist.

Auch wenn dein Jahr nicht immer nur aus Sonnenschein bestand, so mache dir nichts draus. Die schwierigen Zeiten waren einfach notwendig. Wie heißt es so schön – es gibt keine Niederlagen nur neue Erfahrungen.

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Glück und eine gute Portion Zufriedenheit für das kommende Jahr.

Liebe Grüße Karl

 

Über den Autor: Karl Allmer ist überzeugter Veränderungsexistenzialist, Blogger, Autor, begeisterter Familienvater und Lebenskünstler. Im September 2014 startete er den Blog und das Projekt Lebenskuenstler.co. Sein neuestes Buch „Vorsicht Veränderung macht glücklich“ ist im Oktober erschienen.