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Raus aus der Angst und rein ins Glück

Eigentlich ist die Sache mit dem Glück nicht schwer. Eigentlich. Denn wenn man sich wie ich seit Jahren damit beschäftigt, und die Erfahrungsberichte 100.000er Menschen kennt, merkt man, dass wir unserem Glück doch auf sehr vielfältige Weise im Weg stehen können. Schuld daran sind vor allem bestimmte Einstellungen und Gewohnheiten, die wir im Laufe des Lebens übernommen haben.

Katharina Tempel

Diese Erkenntnis hat mich Anfang des Jahres dazu bewogen, ein Quiz zu entwickeln, das die häufigsten Glücksverhinderer abfragt. Seither kann jeder, der sich in meinen Newsletter einträgt, kostenlos das Quiz: „Was steht deinem Glück im Weg?“ bearbeiten und erhält unmittelbar im Anschluss eine persönliche Auswertung.

Das Quiz wurde inzwischen über 10.000 Mal ausgefüllt und siehe da: Neben einem geringen Selbstwertgefühl (mehr dazu hier) stehen an der Spitze der häufigsten Glücksverhinderer: zu viele Ängste und Sorgen!

Im Grunde ist das wenig verwunderlich, bedenkt man, dass in Deutschland fast 10 Millionen Menschen von Angststörungen betroffen sind und diese somit (noch vor Depressionen) die häufigste psychische Störung darstellen. Aber es sind nicht nur quälende Ängste, die uns das Erleben von Glück schwermachen. Es sind auch die zahlreichen belastenden Sorgengedanken und Grübelspiralen, in denen wir uns Tag ein Tag aus verlieren. Bis vor diesem Jahr war auch mir nicht klar, wie sehr wir uns damit schaden und wie wichtig es für uns alle ist, diese schädlichen Denkgewohnheiten zu unterbinden und einen besseren Umgang mit unseren Gedanken zu erlernen.

Und täglich grüßt das Grübeltier

Beim Grübeln laufen in unserem Kopf fortwährend Gedankenspiralen ab, wie z.B.: „Was hat er damit wohl gemeint?“, „Hätte ich anders reagieren sollen?“, „Wenn ich doch nur 10 Minuten früher dagewesen wäre“, „Wie konnte ich mich nur so blöd verhalten?“. Grübeln dreht sich um Dinge aus der Vergangenheit. Man grübelt darüber nach, warum etwas geschehen ist, warum das gerade einem selbst widerfahren ist und was das über die eigene Person und das Leben aussagt. Aber statt Antworten zu finden drehen sich die Gedanken beim Grübeln im Kreis. Man beleuchtet etwas aus allen Ecken und geht es in Schleifen wieder und wieder durch, ohne je zu einem Ergebnis zu kommen. Im Duden wird grübeln daher auch übersetzt mit: „Seinen oft quälenden, unnützen oder fruchtlosen Gedanken nachhängen.“

Grübeln hat also tatsächlich meist nur einen Effekt: Es führt dazu, dass wir uns schlecht fühlen, weil wir mit dem Erlebten hadern und uns gerne anders verhalten oder ein anderes Ergebnis herbeigesehnt hätten. So werden wir traurig oder wütend und sind dennoch hilflos, weil wir das Geschehene nicht mehr ändern können.

Sorgen, wohin das Auge blickt

Beim Sorgenmachen stellen wir uns fortwährend Was-wäre-wenn-Fragen: „Was, wenn sie mir eine Frage stellen, auf die ich keine Antwort habe?“ Und was, wenn ich dann rot werde und sie es ganz deutlich sehen?“ Dann werde ich den Job ganz bestimmt nicht bekommen und was mach ich dann mit meinen Schulden?“

Beim Sorgenmachen geht es also immer um negative Ereignisse, die in der Zukunft passieren könnten. Eigentlich soll das Sorgenmachen dabei helfen sicherer durchs Leben zu kommen, doch das genaue Gegenteil ist der Fall: Intensives Sorgenmachen schürt Ängste und Unsicherheit, weil ich mich mit zahlreichen zukünftigen negativen Ereignissen beschäftige, die auch nur vielleicht eintreten könnten. Statt konkret zu überlegen, wie ich ein gewünschtes Ziel erreichen oder eine gefürchtete Bedrohung vermeiden kann, verliere ich mich in Horrorvorstellungen und Katastrophenszenarien. Das führt dazu, dass ich die Welt als einen gefährlichen Ort betrachte, an dem laufend etwas passieren kann und ich immer auf der Hut sein muss. Da ich außerdem stets von einem Gedanken zum nächsten jage, ohne ein Problem je zu Ende zu durchdenken, entsteht der Eindruck von zahlreichen Problemen umzingelt und diesen hilflos ausgeliefert zu sein.

Hilflosigkeit und Angst statt Erfüllung und Glück

Wer von seinen Grübel- oder Sorgengedanken vollständig vereinnahmt wird, hat außerdem Probleme, sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Dadurch werden schneller Fehler gemacht, die dann wiederum erneut viel Stoff für ausgiebige Grübeleinheiten bieten. Ein wahrer Teufelskreis aus immer mehr Ängsten, Sorgen und Grübelgedanken entsteht, in dem das Wohlbefinden immer stärker leidet und die Lebensfreude immer weiter versiegt. Denn:

  • Wie soll ich im Hier und Jetzt einen glücklichen Moment erfahren, wenn ich mit meinen Gedanken ständig in Vergangenheit oder Zukunft bin?
  • Wie soll ich mich an meinem Leben erfreuen, wenn ich pausenlos mit dem hadere und mich über das ärgere, was war?
  • Wie soll ich hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, wenn ich mir fortlaufend die schlimmsten Katastrophen ausmale?
  • Wie soll ich mich in neue Abenteuer stürzen, wenn mir die Welt wie ein gefährlicher Ort erscheint?
  • Wie soll ich Vertrauen in mich selbst schöpfen, wenn ich mich immer unsicherer und hilfloser fühle?

So eroberst du die Kontrolle über dein Denken zurück

Ein glückliches Leben zu führen ist nicht möglich, solange wir uns täglich über unsere Gedanken in Angst und Schrecken versetzen. Dabei können wir diesen nachteiligen Denkgewohnheiten durchaus einen Riegel vorzuschieben. Wir müssen nicht hilflos ertragen, was unser Kopf Tag für Tag zusammenspinnt. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Gedanken sind etwas grundsätzlich anderes als die Realität! Nur weil etwas in unserem Kopf ist, heißt es noch lange nicht, dass es wahr ist, dass es auf Fakten basiert und dass es real ist. Ich kann mir hunderttausend Mal vorstellen einen Sechser im Lotto zu kriegen, in der Realität ist es doch noch nie passiert. Was wir in unserem Kopf haben, hat also im Grunde überhaupt nichts mit der Realität zu tun.

Sobald wir uns das klarmachen, stellen wir Distanz zu unseren Gedanken her. Du kennst das mit Sicherheit von dir selbst, z.B. wenn du nachts einen sehr aufwühlenden Traum hast, der dich belastet und quält. Wenn du wach wirst, gibt es diesen großartigen Moment, in dem dir bewusst wird, dass es nur ein Traum war und keine Realität. In diesem Moment passiert nichts anderes, als dass du von einem Zustand, in dem du dich mit deinen Gedanken vollständig identifiziert hast („das passiert mir gerade“) in einen Beobachtermodus gewechselt bist (in dem dir klargeworden ist, dass du es nur mit einem Gedanken bzw. Traum zu tun hattest). Und was dann passiert, weißt du ja selbst: Die inneren Bilder nehmen dich viel weniger mit und belasten dich nicht länger, weil du weißt, dass sie nicht echt sind und dir nicht gerade passiert, was du dir da zusammengeträumt hast.

Distanz zu deinen Gedanken herzustellen reduziert aber nicht nur deren emotionale Intensität. Es ist die Voraussetzung dafür, dass unliebsame Gedanken dauerhaft verschwinden können. Normalerweise versuchen wir belastende Gedanken zu unterdrücken oder zu betäuben. Das führt jedoch dazu, dass sie in der Folge noch viel häufiger auftreten, weil unser Gehirn lernt, dass wir stets intensiv auf sie reagieren. Wenn wir unsere Gedanken nun aber mit Distanz betrachten, bedeutet das, dass wir nicht länger auf sie reagieren oder anspringen. Unser Gehirn lernt jetzt, dass der Gedanke offenbar doch nicht so wichtig für uns ist und wird ihn in Zukunft seltener präsentieren.

Quälende Gedanken – egal, ob sie in Form von Sorgen, Ängsten oder Grübeleien zu Tage treten – sind also kein Schicksal. Du kannst ungünstige Denkgewohnheiten abgewöhnen, die Freiheit zurückerobern, selbst zu entscheiden, wie du in einer gegebenen Situation denken möchtest und damit den Weg freimachen für ein glückliches und erfülltes Leben. Was es konkret dafür zu tun gilt, erfährst du in meinem Kurs „Angstfrei ins Glück: Endlich sorglos und unbeschwert leben!“. Das Programm richtet sich an alle Menschen, die unter Ängsten, Sorgen oder Grübelgedanken leiden und sich ihren Bewegungsradius, ihr Wohlbefinden und ihre Lebensfreude zurückerobern möchten. Und wenn du Lust hast selbst einmal am Quiz teilzunehmen, um deine ganz persönliche Auswertung zu erhalten, kannst du dich hier gratis für meinen Newsletter eintragen.

Ich wünsche dir einen sorgenfreien und unbeschwerten Start ins neue Jahr.

Alles Liebe,
Deine Katharina

Über die Autorin:
Dr. Katharina Tempel – Glücksdetektiv und Expertin für Positive Psychologie – unterstützt als Onlineunternehmerin und Coach Menschen dabei, glücklicher zu werden und ein erfüllteres Leben zu führen. Sie hat eine Doktorarbeit über Übungen zur Steigerung des Wohlbefindens geschrieben und ist Expertin für Positive Psychologie. Ihre Website und ihr YouTube-Kanal gehören zu den größten und erfolgreichsten deutschsprachigen Angeboten rund ums Glück und werden monatlich über 700.000 Mal aufgerufen.

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