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Glück und Lebensfreude werden durch einen Irrtum geraubt

Viel wird über die Kraft der Gedanken gesprochen. Doch viel zu wenig darüber, wie wir in bester Absicht täglich unserem Glück selbst im Weg stehen.

Irrtum zu Glück

Am 20 März begehen wir seit 2012 den Welttag des Glücks. https://www.un.org/en/observances/happiness-day.  Es gibt viele Erklärungsversuche, https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCck. Doch wenn es darauf ankommt, tun wir wenig für unser Glück. Oder besser gesagt, zu wenig vom Richtigen.

Wir machen unser Glück von immer neuen Bedingungen abhängig

Vieles, was wir tun, geschieht in der Erwartung, dass wir danach glücklicher oder zufriedener sind als vorher. Zum Beispiel:  Wenn

ich befördert würde

ich mehr verdienen würde

ich weniger wiegen würde

ich zeitiger Feierabend hätte

ich kein Kopfweh mehr hätte

ich eine oder eine andere Partnerin hätte

ich einen Garten hätte…

Die Forschung  und unsere eigene Erfahrung  lehren uns, dass die Befriedigung danach nur kurz anhält. Es wird davon ausgegangen, dass wir wenige Monte bis ein Jahr nach einem ersehnten Ereignis wieder so glücklich sind wie vorher. Dann starten wir in eine neue Runde von „wenn ich … dann wäre ich glücklicher als jetzt“. Glück, was von Bedingungen abhängt, wird nie nachhaltig erreicht. Weil die Skala der scheinbar noch zu erfüllenden Wünsche nach oben offen ist.  Das heißt:

Wir überschätzen die Wirkung von Situationen und Ereignissen auf unser Glück.

Dies ist ein kleiner Irrtum. Der größere und wirkungsvollere hängt damit zusammen.

Wir erwarten Glück durch Andere

Denn genauso wenig wie uns Dinge und Situationen langfristig glücklicher machen können, können dies auch Menschen nicht.  Wir hoffen zum Beispiel darauf, dass

meine Eltern mich endlich so akzeptieren wie ich bin

mein Mann mich mehr unterstützen würde

meine Kinder bessere Schulnoten hätten

mein Chef meine Arbeit schätzen würde

die Kunden freundlicher wären …

Andere sind nicht für unser Befinden zuständig. Manchmal tun Sie, was wir uns wünschen, manchmal nicht.

Bestimmt kennen Sie den Spruch „behandle andere so, wie Du behandelt werden möchtest“. Grundsätzlich wäre dies ein sinnvoller Gedanke. Wenn es nur darum geht, andere gut zu behandeln. Schließlich wollen wir ja selbst auch gut behandelt werden.

Das Fatale an diesem Vorhaben ist jedoch, dass wir unbewusst hoffen, dass das Viele und Gute, was wir für Andere  tun, von diesen zu uns zurück kommt und wir es selbst nicht für uns tun brauchen.

Damit es kein Missverständnis gibt. Natürlich sind soziale Kontakte, unsere Freundschaften, Familien, Kollegen eine wichtiger Teil eines glücklichen Lebenskonzeptes. Sie geben, Halt, helfen gesund zu bleiben und Gutes zu tun bringt nachweislich Glück.

Hier können Sie mehr darüber lesen warum zu helfen so gut tut: https://www.ilonabuergel.de/gluecksbringer-gutes-tun-3-fakten-warum-helfen-zu-glueck-und-lebensfreude-fuehrt/

Mir geht es darum, dass wir andere besser behandeln, als uns selbst. Wir schenken dem guten Umgang mit uns selbst zu wenig Beachtung. Wir streichen den Yogakurs weil wir meinen, länger im Büro bleiben zu müssen. Wir gehen sonntags mit Freunden wandern, statt uns auszuruhen. Wir essen, was uns nicht schmeckt, um die Eltern zu erfreuen und vieles mehr. Das heißt:

Wir überschätzen, was Andere für unser Glück tun können

Wir engagieren uns falsch

Das kostet gleich mehrfach Glück und Energie:

Wir verausgaben uns für Andere mit einem falschen Motiv – dass diese Gleiches für uns tun.

Wir kümmern uns in dieser Zeit nicht um unsere Energie – diese verbrauchen wir aber.

Wir werden von anderen nicht wie erwartet aufgetankt – es ist nicht deren Aufgabe.

Außerdem kommunizieren wir nicht, dass wir für unser Engagement etwas zurück haben wollen. Wir hoffen, die Anderen erahnen dies und gleichzeitig auch, was genau wir uns wünschen.

Unsere Mitmenschen nehmen  – unbewusst- genau wahr, wie wir leben, wie wir mit uns umgehen und welche Haltung wir zu uns haben.  Sie nehmen dies nicht nur wahr, sie reagieren darauf in der gleichen Art. Wenn wir immerzu die Arbeit von Anderen übernehmen, obwohl wir selbst zu viel zu tun haben, werden wir immer wieder darum gebeten. Denn diese wissen nicht, dass dies zu viel ist. Wenn wir immer wieder Dinge tun, die uns nicht gefallen, werden wir immer wieder darum gebeten. Denn es weiß ja keiner, dass uns etwas nicht gefällt und dass wir dies deshalb nicht tun werden.

Was auf keinen Fall stattfindet ist, dass uns andere Menschen besser, aufmerksamer, hilfreicher, liebevoller, wertschätzender behandeln als wir selbst. Können sie nicht, denn wir leben etwas Anderes vor.

Der große Glücks Irrtum lautet: Wir erwarten von anderen, das sie uns wichtiger nehmen und besser behandeln als wir uns selbst.

Und das kostet Glück. Täglich. Und aus vielen Tagen setzen sich Wochen, Monate und Jahre also unser Lebensglück zusammen.

Deshalb sollte Ihre Maxime von nun an lauten:

So gut wie Sie sich behandeln, werden Sie von anderen behandelt.

Fazit:  Jeder ist seines Glückes Schmied ist ein altes und bewährtes Rezept wenn es darum geht, glücklich zu sein. Denn was und dass Andere etwas für unser Glück tun, können wir kaum beeinflussen. Doch wir können vorleben, was es heißt, selbst für sein Glück zu sorgen und es weder von Menschen, Dingen  noch Situationen abhängig zu machen.

Drei Schritte, die den Glücks Irrtum verhindern, erläutere ich hier:

https://www.youtube.com/irrtumglueck