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Die Vor-und Nachteile positiven Denkens

„Denk doch mal positiv!“ Haben Sie dies oder ähnliches schon einmal gehört?

Vielleicht, wenn Sie verärgert, verletzt oder enttäuscht waren und Sie dann so einen Kommentar gerade noch gebrauchen konnten? Viele Ratgeber lehren uns, zu lächeln, optimistisch zu sein, in Krankheiten Chancen und in Krisen Lernmöglichkeiten zu sehen. Das ist gut so, und das ist gefährlich. Weil dies missverstanden werden kann. Dann werden unangenehme Gefühle nämlich nicht mehr wahrgenommen, sondern verdrängt. Dann redet man sich Probleme schön und zwingt sich, anders zu sein, als man ist. Dies kann unzufrieden, ja sogar krank machen.

Das wichtigste Werkzeug des „Positiven Denkens“, die Autosuggestion, wurde schon im ersten Weltkrieg von einem französischen Apotheker, Émile Coué, entwickelt. Er hatte die Macht der Gedanken erkannt und eine Selbsthilfe-Methode zur Überwindung von Problemen und Symptomen entwickelt. Durch die Steuerung von Gedanken und Vorstellungen konnten Menschen lernen, sich selbst zu helfen. Eine der bekanntesten Formeln lautet „Es geht mir von Tag zu Tag immer besser und besser“. Später uferte dieser durchaus sinnvolle Ansatz aus in den unerfüllbaren Anspruch auf Dauerglück, dem wir heute gegenüber stehen.

Die Wissenschaft hat an Dienstleistungsberufen wie Busfahrern und Stewardessen gezeigt, dass künstliches Lächeln krank macht, weil das dauerhafte Leben gegen die eigenen Emotionen Stress auslöst. Angst oder Zweifel haben wichtige Schutzfunktionen und zeigen, dass etwas an einer Situation nicht stimmig für uns ist. Sie zu ignorieren kann zu falschen Verhaltensentscheidungen führen. So ist auch die Arbeit mit  Affirmationen Fingerspitzengefühl. Wenn diese formelhaften Sätze nicht zu uns passen oder unseren Erfahrungen widersprechen, bringen sie nicht nur nichts, sondern schaden eher, weil sich das Unbehagen für eine Person, die sich einredet „liebens-wert“ oder „attraktiv“ zu sein und es nicht glaubt, eher noch erhöht.

Vor diesem Hintergrund betont die Positive Psychologie stets, nichts mit dem positi-ven Denken gemein zu haben. Die Positive Psychologie ist die Richtung in der Psychologie, die sich mit den Chancen und Möglichkeiten unseres Lebens befasst und das Entstehen von Glück und Wohlbefinden wissenschaftlich untersucht. Genau hier ergibt sich der Ansatzpunkt für unseren Alltag. Das Zünglein an der Waage ist der Bezug zur Realität. Beide Seiten der Medaille zu sehen ist die Lösung. Eine schwere Krankheit macht Angst, ist schrecklich. Und sie ist eine Chance, das Leben neu zu ordnen. Es geht nicht um entweder gut oder schlecht, sondern die Integration beider Seiten. Jede schlimme Situation hat positive Aspekte und sei es nur, dass sie vorbei geht. Auch jede angenehme Situation hat potentiell negative Momente z. B. dass man den Preis, den man dafür zahlt, nicht sehen will.

Ich empfehle daher gern:

jede Situation von verschiedenen Perspektiven zu betrachten,
wahrzunehmen was wirklich gerade passiert statt zu interpretieren
und optimistisch das Beste draus zu machen.

Das kann heißen,
sich nicht länger mit einem Problem zu befassen, wenn wir sowieso keinen Einfluss darauf haben und das ständige Grübeln uns für den gegenwärtigen Augenblick die Kraft nimmt.

Es kann heißen, nach einer Lösung zu suchen, wenn wir Einfluss haben oder zumindest die negativen wie auch die positiven Aspekte einer Situation zu sehen.

Dazu gehört etwas Übung, denn unser Gehirn fokussiert sich bevorzugt auf die negativen Seiten. Beobachten Sie doch einmal, worüber Sie beim Abendessen sprechen. Die vielen schönen Dinge des Tages, die Ihnen begegnet sind und die Sie sicher oft für selbstverständlich ansehen? Oder die negativen Dinge, die Sie mit Kollegen, Nachbarn oder im Fernsehen gehört und gesehen haben? Erinnern Sie sich an die vielen Kunden mit denen Sie angenehm zusammen arbeiten, oder den einen, der sich beschwert hat?

Tun wir nicht länger so, als ob es uns gut geht, sondern sorgen wir ab sofort dafür, dass es uns gut geht. Lernen wir, realistisch und optimistisch zu sein und die vielen großartigen Dinge unseres Lebens wert zu schätzen. Dann haben wir Energie für den Umgang mit dem Rest.


 

„Positives Denken lernen in 10 Tagen. 10 Minuten pro Tag, die sich lohnen. Mit Risikotest.“

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