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Raus aus der Grübelfalle – sie kostet 50 % unserer Lebenszeit

Viele Menschen verbringen heute viel Zeit mit dem Grübeln über vergangene Ereignisse und der Sorge um die Zukunft.

Es scheint so, als ob dies gar nicht anders sein kann, da wir es nicht mehr anders kennen. Ich möchte mit Ihnen einige Ideen be-sprechen, wie Sie dies ändern können, wenn Sie das wollen. Zunächst einmal sollten Sie eine Entscheidung dazu treffen, z. B. dass Sie künftig Ihre Gedanken im Griff haben und nicht umgekehrt.

Die Psychologen um Jia Wie Zhang und Ryan T. Howell an der San Francisco State University haben erforscht, dass unsere Haltung zur Vergangenheit unser Wohlbe-finden in der Gegenwart mehr als z. B. die Erwartungen für die Zukunft bestimmt. Ich nehme an, weil wir zum einen unsere Vergangenheit hochrechnen und weil zum anderen die daraus abgeleiteten Erwartungen unser Verhalten in der Gegenwart bestimmen. Sie fanden eine geringere Lebenszufriedenheit bei Menschen mit nega-tivem Vergangenheitsbild und umgekehrt. Was können Sie aus dieser Erkenntnis machen?

Sie können sich sofort wohler fühlen,

wenn Sie vergangene positive Erfahrung immer mal gedanklich wiederholen,
sich bewusst daran erinnern und
erfreuen.

Sie können
negative Denkmuster durch ein anderes Bezugssystem – z. B. was hat es langfristig Gutes gebracht oder es hätte schlimmer kommen können –

sowie durch Vergebung durchbrechen.

Oder noch simpler: Zählen Sie positive Ereignisse der Vergangenheit in einem Le-bensbereich, um Dankbarkeit zu entwickeln. Dankbarkeit verhindert jedes negative Gedankenkreisen.

Denn nicht ein Ereignis an sich sagt unser Wohlbefinden voraus, sondern die emotionale Erfahrung, die mit dem Ereignis verbunden ist. Das heißt, wenn Sie im Lotto gewonnen haben, was sich so viele Menschen wünschen, macht es einen Unterschied, was Sie denken: „wow, jetzt fängt das Leben nach meinen Wünschen an“. Oder: „ohne einen Partner, um das Geld zu genießen, ist es doch nichts wert“. Dasselbe Ereignis wird für jeden von uns eine andere Bedeutung haben. Genau dort liegt unsere Chance zu trainieren, mindestens eine Balance zwischen Fehlern und Prob-lemen sowie Optionen und Lösungen in jeder Situation zu sehen. Das fühlt sich nicht nur besser an, sondern bringt natürlich langfristig auch andere Ergebnisse. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass es nicht um das „wegmachen“ oder ignorieren von negativen Emotionen geht. Es geht auch nicht darum, so zu tun als ob wir glücklich sind, wenn wir gerade schlecht drauf sind. Sondern um die Balance zwischen negativen und positiven Wahrnehmungen.

Dafür können Sie sicher weitere Hilfsmittel gebrauchen:

1. Überprüfen Sie die Tatsachen. Was ist wirklich geschehen? Was ist Ihre Interpretation oder Ihre Spekulation? Im Urlaubshotel wird gebaut und der Kran versperrt die Aussicht, das ist die Tatsache. Dass Ihr Reiseveranstalter Sie betrogen hat ist eine Spekulation. Konzentrieren Sie sich auf andere Aspekte der Situation, z. B. dass Sie dadurch einen tollen Preisnachlass haben, durch den Sie schick essen gehen kön-nen.

2. Machen Sie sich bewusst, dass Sie grübeln oder sich in negativen Gedankenkreisen drehen und treten Sie mit einem inneren „Stopp“ auf die Bremse.

3. Lenken Sie sich ab, zum Beispiel mit Gedankenspielen oder der Planung des nächsten Urlaubs.

4. Lesen Sie Witze; sobald Sie lachen löst sich der Gedankenkrampf.

5. Pflegen Sie Ihr Gehirn indem Sie negative Menschen, Klatsch, Tratsch und negati-ve Berichterstattungen reduzieren oder meiden.