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Warum Erfolg nicht immer glücklich macht

… oder zumindest nur kurzfristig. Das sagt zumindest die Glücksforschung. Wie kommt das?

Zunächst einmal stellt sich die Frage, woran wir unseren Erfolg messen. In unserer Kultur z.B. am Einkommen, Verkaufszahlen, Titeln, Veröffentlichungen, Preisverleihungen. Die Krux daran ist, dass all dies nur bedingt durch uns zu beeinflussen ist. Natürlich können wir von klein auf fleißig lernen und üben, damit wir gute Noten bekommen, die uns dann ein bestimmtes Studium oder Lehre ermöglichen. Später folgen vielleicht weitere Qualifikationen, ein Doktortitel, die zu einem angestrebten Job führen. Sind wir in ihm erfolgreich – was anhand von Zahlen und Feedbacks gemessen wird – steigen wir auf der Karriereleiter weiter nach oben.

Dr. Ilona Bürgel

Gerade für Selbstständige wie mich ist die jetzige Zeit Geschenk und Gefahr gleichermaßen. Weil wir uns einerseits immer wieder neu definieren und unsere Talente leben können und weil andererseits viele neuen Marketing- und Selbstoptimierungstheorien uns suggerieren, dass alles immer möglich ist. Wenn wir uns nur richtig positionieren, ein Kundenbedürfnis einzigartig erfüllen, ein eigenes Buch auf dem Markt platzieren und Beiträge in Zeitungen veröffentlichen. Schon schießt unsere Karriere durch die Decke.

Schaut man von außen auf diesen Weg, fällt auf, dass es immer neue Bedingungen zu erfüllen gibt. Die wir zum Teil nicht selbst definieren und niemals vollständig selbst beeinflussen können. Als Führungskraft z.B. kann man ungefähr ausrechnen, wie hoch das neue Einkommen, welches der neue Wagen beim nächsten Karriereschritt sein wird. Wie viele Überstunden dafür erwartet werden und ob die Kunden das Produkt der Firma auch in fünf Jahren noch kaufen, ist nicht vorhersagbar. Sind Sie z.B. Autor und wollen im Online-Buchmarkt unterwegs sein, dann können Sie Reichweite bei Facebook kaufen. Was Sie nicht wissen: wer von den erreichten Personen Ihr Angebot ansieht oder gar kauft.  Egal, wo wir arbeiten, wartet eine nach oben offene Skala auf uns. Haben wir 100 Bücher oder Fahrräder oder Seifen verkauft, wollen wir 150 verkaufen. Haben wir dies erreicht, sehen wir, dass andere 200 verkaufen und sind wieder unzufrieden.

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