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Sind Sie flexibel und achtsam genug für die neue Arbeitswelt? Alles fängt bei uns selbst an

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Wir leben in einer Welt immer schnellerer und drastischerer Veränderungen. Statt starr Regeln zu befolgen und anderen mehr zu vertrauen als uns selbst sind wir gefragt, selbst zu entscheiden und Altes neu zu interpretieren. Starre Ziele und rigide Strategien gehören der analogen Welt an und haben dort gut funktioniert. Heute müssen wir unser Verhalten den neuen Bedingungen anpassen. Das macht sogar Spaß, wenn wir es selbst bestimmt tun.

Mir ist die Schwierigkeit, Regeln auch einmal zu brechen, lockerer zu sein mit dem, was ich mir vor-genommen habe, in der Fastenzeit aufgefallen.

Überprüfen Sie immer wieder ob das, was Sie tun, die passenden Ergebnisse oder negativen Stress bringt

Die Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern halte ich grundsätzlich für eine gute Chance, die eigenen Gewohnheiten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich stelle dabei immer wieder fest, dass ich Essen und Trinken für ganz andere Dinge nutze als sie gedacht sind. Zum Beispiel um Stress abzubauen, den ich beim Reisen habe. Genuss rutscht im Alltag schnell weg. Wir lesen beim Essen, trinken das erste Glas Wein viel zu schnell, schlingen, statt zu schmecken, oder essen und trinken schlicht zu viel. Warum? Weil sich der Entspannungsbotenstoff Dopamin abnutzt. Um den gleichen Effekt an Entspannung zu erzielen benötigen wir dann etwas anderes oder mehr desselben. Die Konsequenz eines Verzichtes z.B. von Zucker, Alkohol, Kaffee oder Fleisch, aber auch Fern-sehen wäre, danach maßvoller und vor allem bewusster damit umzugehen.

Treffen Sie bessere Entscheidungen statt immer das Gleiche zu tun

Ich entschied mich für eine Auszeit für Süßigkeiten und Alkohol. Unklar war ich mir darüber, ob dies auch meine heiß geliebte Schokolade umfassen sollte. Ich esse hier nur hochprozentige, die kaum Zucker enthält und die damit sehr viel gesünder ist als z.B. Kuchen.

Häufig fällt es mir leichter, nach dem „alles oder nichts“ Prinzip zu leben. Also lieber keinen Wein als ein Glas zu trinken, wenn ich Auto fahre. Beim Fasten werden wir wie in anderen Lebensbereichen auch getrieben von Perfektionismus und der Idee, alles richtig machen zu wollen. Alles muss genau nach Regeln, die andere für uns aufstellen, verlaufen. Haben wir wirklich immer überprüft, ob diese zu uns passen? Ob diese die besten Lösungen sind? Natürlich ist nicht alles, was uns gut tut, angenehm oder immer leicht umzusetzen. Doch muss Medizin, die hilft, wirklich bitter sein? Sind wir nicht in unserem Alltag sowieso viel zu hart zu uns? Wir machen falsche Kompromisse, zu viele Überstunden, quälen uns mit Sportarten, die keine Freude bringen und zählen uns die Kalorien in den Mund?

In unserer neuen Welt verändert sich alles nicht nachvollziehbar schnell. Wir können uns auf vieles nicht mehr verlassen. Weil sich schon morgen wieder ein Algorithmus unserer Software ändert, übermorgen unser Team mal wieder umstrukturiert wird und unsere Lieblingsmarmelade plötzlich nicht mehr produziert wird. Jedes Hotel hat eine anderes System für Licht und Fernsehen, jede Stadt andere Fahrkartenautomaten usw. Diese Welt benötigt zunehmen Kreativität statt Disziplin, Flexibilität statt starrer Ziele. Neugier statt an allem festzuhalten.

Flexibilität muss trainiert werden; Das Experiment: Verzicht mit Schokoladenfreiheit

Nach all diesen Überlegungen stand für mich fest: Ich mache ein Experiment: Flexibles Fasten. Ich faste Süßigkeiten und Alkohol und erlaube mir bei Wein und Schokolade Ausnahmen. Über den Prozess habe ich hier berichtet:

Flexibles Fasten mit Schokolade

Sorgen machten sich breit. Was wäre, wenn ich aus dem Ausnahmen machen nicht heraus komme und jeden Tag Schokolade esse? Habe ich mich im Griff? Würde ich nicht gegen das bewährte Konzept des Fastens verstoßen? Darf ich das überhaupt? Ist das nicht ein Zeichen von Schwäche?

Ist es Schwäche, sich etwas Wohltuendes zu erlauben, statt ein Konzept rigoros durchzuziehen? Ist es Stärke, gegen die eigenen Bedürfnisse zu leben? Warum fällt es uns leichter, etwas Unangenehmes oder nicht passendes „auszuhalten“ statt damit aufzuhören? Unsere Welt und wir als Teil von ihr braucht ein Gleichgewicht der Pole. Hell und dunkel, schnell und langsam, und eben stark und schwach. Ich plädiere dafür, dass im rechten Moment schwach zu sein, die neue Stärke ist. Denn wenn wir über den Griff zu einem Stück Schokolade sprechen ist diese „Schwäche“ eben vielleicht eher sinnvolle Selbstfürsorge.
Ich teste mein Konzept fast jeden Tag. Auf dem Weg ins Büro kam ich zum Beispiel an meinem Lieb-lingscafé vorbei. Normalerweise trinke ich hier eine heiße Schokolade. Kurz blieb ich stehen und wog ab. Sollte ich mir diese jetzt gönnen? So warm und duftend wäre sie ein großartiger Start in den Tag. Doch dieser Augenblick des bewussten Spürens nach meinen Bedürfnissen zeigte mir: Das ist jetzt nicht wichtig. Wunderbar. Mit diesem Gefühl ist es viel leichter, „nein“ zu sagen.

Mein Computer streikt. Seit Tagen läuft irgendetwas nicht. Ich kann an keinem Tag das tun, was ich geplant habe und laufe den Technikern gefühlt stundenlang hinterher. Ich bin total frustriert und bin mir sicher, jetzt hilft nur Schokolade. Doch halt. Ich bin ja in meinem Experiment. Im Alltag würde ich jetzt einige Stücke naschen. Doch naschen um Stress abzubauen ist eine schlechte Gewohnheit.

Ich bekomme eine Tafel Schokolade geschenkt. Eine meiner Lieblingssorten. Dunkel mit Nuss. Was tun? Ich darf ja etwas davon essen. Doch werde ich auch nur ein oder zwei Stücke essen? Ich öffne die Tafel und schaue sie an, nehme den verlockenden Duft wahr. Ich fühle ein schlechtes Gewissen, schon nach wenigen Tagen eine Ausnahme vom Fasten zu machen. Fast muss ich mich überwinden, ein Stück abzubrechen und in kleine Stücke zu teilen, um sie ganz langsam auf der Zunge zergehen zu lassen. Ich fühle den Konflikt zwischen Genuss und Regel brechen. Ich muss mir gut zureden, mich ganz auf die Freude an der Schokolade zu konzentrieren. Schnell packe ich alles ein und bringe die Schachtel außer Sichtweite.

Das Fazit für flexibles Schokolade fasten und das ganze Leben:
Üben Sie es täglich, gut zu sich sein.
Trainieren Sie Flexibilität. Wir leben in einer neuen Zeit.
Vertrauen Sie auf sich – Sie machen es richtig und Sie sind genau richtig.

Sie glauben, dieses neue Leben ist zu stressig? Dann üben Sie, mit nur 10 Minuten am Tag Ihren Stress abzubauen: Mit Stress besser umgehen lernen