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Sind Sie Kenner, Macher oder Vorbild?

Wir leben in einer Zeit, in welcher es ganz viele Möglichkeiten gibt, das Leben zu leben, was wir uns wünschen, zu lernen und uns zu verändern. Viele besuchen Seminare, lesen Bücher, nutzen Computerprogramme und sind immer auf der Suche nach neuen Lösungen für das, was sie ändern wollen.

Dabei höre ich in meiner Arbeit als Coach und bei Vorträgen häufig, „das kenne ich schon“ oder „das war ja nichts Neues“. Dazu gibt es verschiedene Aspekte. Zum einen sucht unser Gehirn immer nach Bekanntem, weil alles andere verunsichert. Wird Bekanntes gefunden, fühlen wir uns bestätigt und haben ein gutes Argument, gar nichts anders machen zu müssen. Umgekehrt lehnen wir oft Dinge ab, die völlig neu für uns sind und müssen sie immer wieder hören oder erleben, bevor wir sie akzep-tieren können. Gar zu gern wollen wir Recht haben, mit dem was wir tun. Ganze Le-benskonzepte ständen sonst manches Mal in Frage.

Außerdem – und noch viel wichtiger- haben die meisten Menschen den Kopf schon voller Wissen, voller Coachingtechniken, Gehirnforschung, Zitaten und Faustformeln für gutes Leben, So wie früher Kalorientabellen und „Fettaugen“ gezählt wurden trai-nieren wir heute positiv zu denken und gelassen durchs Leben zu gehen. Doch wie schon bei Kalorien und Fetten ist es mit dem Wissen allein nicht getan. Das Anwenden bringt den Unterschied. Die Erfahrung, vor allem auch die Erfahrung, was zu Ih-nen passt und Ihnen weiter hilft, nicht irgendwem.

Meine Idee lautet deshalb, statt die xte Strategie oder das xte theoretische Konzept zu lesen oder hören, ein einzelnes Element Ihres Wissens zu nutzen und umzusetzen. Fangen Sie damit an, sich für sich Zeit zu nehmen. Egal. Ob Sie Zeitmanagement oder innere Gelassenheit über wollen, Sie brauchen erst einmal Zeit und Raum zum Nachdenken. Ich kenne kaum Menschen, die sich mit ihren Erwartungen und Wünschen explizit befassen, sich hinsetzen, für Ruhe sorgen und einfach mal denken und fühlen, was Sache ist und wohin sie wollen.

Oder wählen Sie eine einzelne Anregung, die Sie bekommen haben, und setzen Sie sie um. Schreiben Sie z. B. ein Erfolgstagebuch nicht ab und an mal, sondern täglich. Wählen Sie ein Monatsmotto. Sie könnten jeden Morgen mit der wichtigsten Aufgabe beginnen oder einen Monat lang keine negativen Bewertungen abgeben.

Meisterschaft und Erfolg beginne immer mit einem „kenne ich“, dem ein „kann ich und mache ich“ folgt. Die Krönung ist, wenn Sie zum Vorbild dessen werden, was Ihnen wichtig ist. Dann leben Sie es und haben es erreicht. Dann „kennen“ Sie es wahrscheinlich gar nicht mehr, weil es zu einer unbewussten Gewohnheit geworden ist.

Zum guten Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass die besten Lösungen immer von Ihnen kommen. Wie auch beim Kalorien zählen kann das Konzept passen, oder auch nicht. Wenn es nicht zu Ihnen passt, wird auch die regelmäßige  An-wendung nichts bringen. Genau so ist es mit allen mentalen Techniken. Es gibt Grundprinzipien, doch Ihre Individualität steht über allem. In diese Zeit und Erkenntnis zu investieren, lohnt sich. Dann kommt auch eines Tages die Weisheit des „ Ich kenne mich“, mit der Sie immer die richtigen Entscheidungen für sich treffen werden