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Wie lerne ich positives Denken in Zeiten ständiger Veränderungen

„Wir fusionieren“, „Wir ziehen um“, „Wir strukturieren um“. Diese Ankündigungen in Unternehmen scheinen immer häufiger unseren Alltag zu bestimmen. Sie fügen dem alltäglichen Stress weiteren hinzu. Besonders belastend wird häufig die Veränderungen durch Digitalisierung erlebt. In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie Veränderungssituationen mit positivem Denken meistern.

Was ist gehirntechnisch gesehen das Besondere an Veränderungssituationen und wie können wir besser mit ihnen umgehen?

Was im Gehirn passiert
Alles beginnt im Kopf. Das ist nicht nur eine Ausrede, sondern tatsächlich so.

Veränderungen lösen Stress aus
Unser Gehirn ist zwar einerseits zum Lernen und Lösen von Problemen geschaffen. Auf der anderen Seite jedoch bildet es so genannte neurologische Strukturen, Verknüpfungen zwischen Nervenzellen, die dafür sorgen, dass es Gewohnheiten mag und gern alles beim Alten lassen möchte. Deshalb kommt es zu negativen Stressreaktionen, wenn etwas anders wird. Das ist ganz normal. Stress ist eine Aktivierungs- und Anpassungsreaktion des Körpers auf sich verändernde Umgebungsbedingungen. Die Stressreaktion führt dazu, dass wir unsere körperlichen und geistigen Ressourcen mobilisieren, um zu handeln. Ohne das Stresshormon Cortisol kämen wir morgens kaum aus dem Bett.

Neues verunsichert
Ein weiterer Automatismus hinter den negativen Gefühlen bei Veränderungen ist der so genannte Neulandinstinkt. Hier springen ganz alte Gehirnareale an. Deren Aufgabe ist es, unser Überleben zu sichern. In den frühen Zeiten der Menschwerdung waren Veränderungen lebensgefährlich. Weil das Wasser oder die Nahrung zur Neige ging, man neue Lebensräume erobern musste, in denen wilde Tiere oder kampfeslustige Stämme unterwegs waren. Deshalb fühlen wir uns heute bei Veränderungen so bedroht.

Der Fokus liegt auf dem Negativen
Nicht oft genug erwähnt werden kann das Phänomen des katastrophischen Gehirns. Auch dieses ist ein menschheitsgeschichtlich alter Automatismus und bedeutet, dass sich das Gehirn auf Gefahren und Negatives konzentriert. Damals wie heute ist es wichtig, ganz schnell zu erkennen, ob wir uns vor etwas schützen müssen. Früher davor, gefressen zu werden, heute davor, die Vorfahrt genommen zu bekommen.

Diese Mechanismen bleiben nicht ohne Konsequenzen. Denn unsere Gedanken sind wie ein Filter für unsere Wahrnehmung. Wir nehmen nicht mehr alle Informationen wahr, sondern nur jene, die unsere Gedanken bestätigen. Dieser sogenannte Bestätigungsirrtum ist tückisch, weil wir selbst uns noch für objektiv halten.

Generell gilt es zu bedenken, dass unser Gehirn keinen Unterschied macht, ob es auf eine Vorstellung oder eine Wahrnehmung von außen reagiert. Die Vorstellung, etwas zu verlieren, schmerzt ähnlich wie ein realer Verlust. Versuchen wir dann, unsere Sorgen und Ängste zu unterdrücken, werden wir krank. Denn dieser Prozess kostet Kraft und Energie. Kurzum wir neigen besonders in Veränderungssituationen dazu, uns auch noch selbst zu überfordern:

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Positive Emotionen machen Veränderungen leichter
Die Psychologin Barbara Fredrickson hat herausgefunden, dass es nützlich ist, bei schlechter Stimmung an etwas Positives zu denken. Zum einen gleichen die guten Gefühle die negativen in der Wirkung auf Körper und Geist aus. Das heißt, wer etwas Freudvolles erlebt oder denkt, erholt sich zum Beispiel auf Herzkreislaufebene nach einer Angsterfahrung schneller. Zum anderen erleichtert uns eine positive Stimmung die Wahrnehmung positiver Dinge. Das verbessert die Stimmung und ein positiver Kreislauf entsteht.

Dahinter stehen drei Mechanismen: Positive Emotionen ermöglichen eine Art Auszeit in Stressphasen. Positives Denken verringert negative Gedanken, indem es positive stärkt. Normale Alltagsroutinen wie Essen oder die Fahrt zur Arbeit werden so z.B. positiver wahrgenommen. Schließlich bewirken positive Gedanken, dass insgesamt häufiger positiv gedacht und interpretiert wird und das wiederum fördert das allgemeine Wohlbefinden.

Wie Sie mit positivem Denken Veränderungssituationen entkräften

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1. Sorgen Sie gut für sich
Wer ausgeglichen und gelassen ist, reagiert anders auf schlechte Nachrichten. Er kann sie besser relativieren und wird sich weniger aufregen. Er ist weniger anfällig für Neid und Sorgen. Wer gut drauf ist, hat den besseren Überblick, das bessere Problemlösungsverhalten und ist weniger schnell aus der Balance zu bringen. Menschen, denen es gut geht, sehen, nutzen und erweitern ihre psychischen Ressourcen und sind dadurch nicht nur kreativer,
motivierter und energievoller, sondern auch hilfsbereiter und sozial engagiert.

2. Strengen Sie sich richtig an
Wohlbefinden wird in der neuen Wissenschaft als Ergebnis angemessener Anstrengung definiert. Für Sie heißt das, dass jede Veränderung, jede Einstellung auf eine neue Situation, die mit einem Einsatz der eigenen Stärken und Ressourcen verbunden ist, auch Wohlbefinden bringt. Jede Veränderung bringt daher eine Chance, zu wachsen.

3. Zählen Sie die guten Dinge des Tages
Glückliche Erinnerungen führen zu optimistischeren Erwartungen für die Zukunft. Zählt man eine Woche lang angenehme Dinge des Tages zusammen, fühlt man sich danach noch glücklicher und dankbarer. Viel zu oft übersehen wir das Gute und Angenehme. Weil wir daran gewöhnt sind, wir auf etwas anderes warten oder zu gestresst sind.

4. Setzen Sie auf Resilienz
Wir haben schon so vieles in unserem Leben hinbekommen, sind aus Krisen gestärkt hervorgegangen, haben gelernt, was nötig war. Jeder hat Veränderungen jeglicher Art durchlebt. Wir sind viel resilienter, als wir manchmal glauben. Erinnern Sie sich z. B. mit Ihren Teams an konkrete Situationen, die Sie bewältigt haben. Das stärkt das Vertrauen in sich und die Zukunft. Gab es nicht auch bei der letzten Umstrukturierung zu wenige und zu spät gelieferte Informationen? Und trotzdem hat sie am Ende funktioniert. Suchen Sie nach guten Beispielen, wie Sie es damals hinbekommen haben und wiederholen Sie das Gelungene.

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