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Wie Sie Stress vermeiden, der abhängig macht

Stress vermeiden

Jahr für Jahr ist der liebste Vorsatz der Deutschen, weniger Stress zu haben. Wie kann das sein? Ist das Ziel nicht erreichbar oder tun wir nicht genug oder das Falsche dafür? Ich habe die Wahrheit über Stress gemeinsam mit focus-online untersucht.

Vielleicht ist es ja auch eine Art Hass-Liebe bzw. sogar eine Abhängigkeit, die uns am Stress festhalten lässt. Rufen wir uns zunächst in Erinnerung, dass Stress eine Anpassungsreaktion des Körpers auf sich verändernde Umstände ist.

In den Ursprüngen der Menschheit ging es schlicht um das Überleben. Es überlebte nicht der Klügste oder Stärkste, sondern der, der sich am besten anpassen konnte, am stress-resistentesten war. Schauen wir uns erfolgreiche Menschen heute an, dann zählen in einer sich immer schneller verändernden Welt der Umgang mit Krisen, Flexibilität und Souveränität mehr als Muskeln und der höchste IQ.

Es geht also ebenfalls um Stressresistenz, nur in einem anderen Kontext. Je schneller wir reagieren, je schneller wir lernen, statt zu hadern, umso schneller geht es weiter und uns besser.

Das Stresshormon hat Körper und Geist in der Hand
Das Stresshormon Cortisol wird vom Körper produziert, um die notwendigen Anpassungsreaktionen zu steuern. Wir atmen schneller, die Muskeln werden angespannt, Körper und Geist werden in Bruchteilen von Sekunden darauf vorbereitet, eine Veränderung zu bewältigen, einer Gefahr zu entkommen. Das ist die gute Seite, sonst wären wir nicht handlungsfähig und würden im Übrigen auch morgens das Bett kaum verlassen. Die andere Seite der Medaille ist, dass Cortisol im Körper wie eine Droge wirkt und abhängig macht.

Das Gehirn bevorzugt Bekanntes, selbst wenn es nachteilig für uns ist. Deshalb wiederholen wir auch Dinge und Situationen, die uns schaden. Der Teufelskreis ist schwer zu durchbrechen und irgendwann wird Stress als Normalzustand erlebt, den man immer wieder sucht. Das geschieht ganz unbewusst und automatisch.

Wir schaffen Erlebnisse und Umstände, die uns stressen, weil das vertraut ist. Leider gewöhnt sich das Gehirn an alles und der Wohlfühlbotenstoff Dopamin nutzt sich ab. Wir brauchen dann andere Reize oder eine größere Menge, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Für den Stress heißt das eben leider auch mehr Anstrengung, mehr Stress um sich gut zu fühlen. Die biochemische Reaktion auf Stress wird zur Gewohnheit. Dies scheint gefühlt besonders häufig bei der Arbeit vorzukommen. Hier zeige ich eine andere Perspektive:

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Drei Merkmale der Stressdominanz

Bei folgenden Wahrnehmungen sollten Sie aufmerksam werden:

1. Sie handeln aus Angst
Hauptmotivation für Ihr Tun ist dann das Vermeiden oder die Reduktion des Angstgefühls. Sie wollen nicht auffallen, nichts falsch machen, niemanden enttäuschen, die Arbeit oder den Partner nicht verlieren. Angst ist ein schlechter Ratgeber, weil negative Emotionen unsere Denkfähigkeit einschränken.

2. Sie denken nur an sich
Angst und Stress führen dazu, dass wir unser Mitgefühl, unseren Respekt oder die Wertschätzung für andere Menschen verlieren. In anhaltenden oder extremen Stresssituationen werden die jüngeren „sozialeren“ Gehirnareale gehemmt und die älteren übernehmen die Regie. Dort geht es dann hauptsächlich um Selbstverteidigung und Überleben. „Ich will“ und „ich brauche“ werden zu unseren ständigen Begleitern. Unter normalen Umständen prüft unser Denkhirn ab, was unsere Entscheidungen und unser Verhalten für andere bedeuten.

3. Sie haben eine kurzfristige Perspektive
Sie löschen immer nur ein Feuer und dann das nächste, vergessen das große Ganze? Weitsicht und vorausschauendes Denken sind typisch menschliche Eigenschaften. Bei negativem Stress tauschen wir sie gegen den „Tunnelblick“. Dann haben wir unseren Fokus nicht mehr auf den Chancen und Möglichkeiten, sondern auf dem aktuellen Problem. Ein gestresstes Gehirn tendiert dazu, die Probleme im Kopf noch schlimmer und größer zu machen, als sie in der Realität je sind.

Weitere Bausteine für den Stress finden Sie in der großen Studie der TK: www.tk.de (Download PDF)

Der Gegenspieler der Stress: Oxytozin

Erfreulicherweise gibt es auf der Körperebene Gegenmaßnahmen. Zum einen, indem das Stresshormon Cortisol abgebaut wird. Dies gelingt am besten durch Schlaf, Bewegung und die Reduktion von Fernsehen und Computerzeiten, vor allem am Abend.

Zum anderen, indem man chemischen Schutz aufbaut: Oxytozin ist ein Hormon, das zu Wohlbefinden und Entspannung führt und damit den Einfluss des Stresshormons reduziert. Es wird nicht nur vom Gehirn, sondern vor allem vom Herzen produziert. In der Umgebung von Ruhe, Vertrauen, Dankbarkeit, Mitgefühl und Empathie hat Stress kaum eine Chance. Aus diesen Gefühlen heraus, die wir auch als Herzintelligenz bezeichnen können, handeln wir weitsichtig, klug und sozial.

Das können Sie für mehr Oxytozin tun:

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1. Nutzen Sie Körperkontakt
Mit einer bewussten Umarmung zu Hause oder des Lieblingskollegen. Einem Kuscheln mit den Kindern oder Streicheln der Katze. Einer Fußmassage, die Sie sich selbst geben.

2. Lächeln Sie öfter
Es gibt immer einen Grund dafür und sei es nur, dass es Sie gibt. Die Forschung sagt, dass selbst unechtes Lächeln zu Glücksgefühlen führt.

3. Machen Sie sich schöne Gedanken
Das Gehirn kann nicht unterscheiden, ob Sie sich etwas lediglich vorstellen oder ob Sie es tatsächlich erleben. Es reagiert auf eine vorgestellte Freude ebenso wie auf eine erlebte. So trainieren Sportler ihre Technik und so können auch wir unser Wohlbefinden trainieren.

4. Legen Sie die Hand auf Ihr Herz
Diese Geste entspannt sofort und tut Kopf, Herz und Körper gut. Sie stellen eine Verbindung mit Ihrer Herzintelligenz her und der Stress wird abgebaut.